Das Projekt: Aus Flachs wird Leinen
Ein museumspädagogisches Programm für Kinder

Zielgruppen
Schulkinder / Jugendliche ab 8 Jahren

Projektziele
Hauptziel des Projektes ist das ganzheitliche Lernen und die Förderung von Phantasie, Experimentierfreude und Kreativität an einem schulfernen Ort. Durch die praktische Arbeit schulen die Kinder ihre Sinne und erfahren am eigenen Körper die Anstrengungen der Textilherstellung um ca. 1900. Im direkten Vergleich mit der selbst getragenen Kleidung, werde Unterschiede zwischen früher und heute deutlich (Naturfaser- Kunstfaser).
Ziel ist auch deutlich zu machen, wie viel Zeit und körperlich Arbeit man vor ca. 100 Jahren für die Befriedigung von Grundbedürfnissen (Kleidung am Körper) aufbringen musste. Die Kinder lernen auch, dass man die meisten Dinge für den täglichen Bedarf selbst herstellen musste und nicht im Laden kaufen konnte.
Weiteres Ziel ist die Förderung motorischer und technischer Fähigkeiten und das Wecken handwerklichen Interesses, durch die Arbeit mit alten, historischen Arbeitsgeräten. Die Kinder lernen eine, für sie völlig neuartige, Arbeitsweise kennen und erfahren, dass auch Pflanzen, die auf dem Feld wachsen, zur Herstellung von Textilien verwendet werden (nicht nur zum Essen). Dabei erfahren die Kinder auch, dass der Natur vieles mühsam abgerungen werden muss.
Wenn wir alles richtig gemacht haben, lautet die Frage am Schluss des Schüler-Programms: “Wer ist bloß auf diese Idee gekommen und warum?“

Auf welche Art der Veränderung zielt das Projekt primär ab?
Den Kindern soll bewusst gemacht werden, wie viel Arbeit in die Herstellung von Textilien gesteckt wird und wie sorgsam man mit den vorhandenen Ressourcen umgehen muss. Leinen ist ein Natur-produkt, für dessen Wachstum und Verarbeitung ein enorm großer Zeitaufwand notwendig ist. Stichpunkt: „Von der Leinenpflanze zur Markenjeans“
Die Kinder sollen auch dazu angeregt werden, diese Arbeit wert zu schätzen und zu verstehen, warum natürliche Materialien in der Bearbeitung kostenintensiver sind und die Bekleidungsstücke im Geschäft teurer sind.

Vision
Nachhaltigkeit fördern und den Kindern einen bewussten Umgang mit Naturrohstoffen (Ressourcen) näher bringen sowie Wertschätzung und Alternativen zu konsumorientierten Kaufverhalten bieten.

Maßnahmen und Methoden der Projektarbeit in der Praxis
Nach einer Einführung zu den Naturfaserstoffen und der einstigen Bedeutung des Leines werden die Schritte vom Abbau des Flachses bis hin zum fertigen Gewebe erläutert (themenbezogene Ausstellung). Ein kleiner (Zeichentrick-)film „Wie der Maulwurf zu seiner Hose kam“ lockert die Einführung in das Programm auf. Der eigens dafür eingerichtete Video-Raum befindet sich in unserem Schulungsgebäude.
Danach bearbeitet jeder Schüler selbst ein Bündel Flachs an den entsprechenden Geräten und erfährt, wie viele Arbeitsgänge notwendig sind, um daraus eine Handvoll Fasern zu gewinnen. Dieser Teil findet im Freien, auf unserem Bauernhof statt.
Zu ausgewählten Terminen tragen die Mitarbeiter des Museum historische Bekleidung (Leinenstoffe).

Die besonderen Stärken des Projektes
Das Museum wird bei diesem Programm zu einem wahren Erlebnisort. Die Kinder erarbeiten sich Stück für Stück aus einer unscheinbaren (hässlich schwarzen Pflanze) eine Faser, die zu einem Faden versponnen werden kann und erfahren am eigenen Leib wie mühselig, wenn auch im ersten Moment nicht körperlich schwer, diese Arbeiten waren. Außerdem werden hier verschiedene Arten der Darbietung und Aufarbeitung eines Themas, bis hin zur praktischen Arbeit, miteinander verbunden. Das macht die Inhalte begreifbar und für die Kinder und Jugendlichen nachvollziehbar.

Wünsche für die Weiterentwicklung
Wir würden dieses Programm, ebenso wie unsere anderen handwerklichen Kurse, gern noch weiter ausbauen und noch näher an die alten Traditionen heranführen. Als Zwischenschritt zu einem weiteren Kinder-Programm (Das Weben) fehlt uns die Verarbeitung der fertigen Leinenfaser zu einem webfähigen Faden. Dieser fehlende Arbeitsgang wird mittels Spinnrad bewerkstelligt. Dazu fehlen uns bisher sowohl das Spinnrad, als auch eine fachkundige Anleitung und Ausbildung der museumspädagogischen Mitarbeiter in dieser alten Handwerkstechnik.
Angedacht ist auch der Bau oder Erwerb eines großen Webrahmens oder einfachen Webstuhls, um die Verarbeitung des fertigen Materials zeigen zu können und das Programm so abzurunden.

 

Projektlaufzeit
seit 2008

Inhaltliche Schwerpunkte
kulturelle und historische Bildung, im Sinne ganzheitlicher Bildung und erkennen und einschätzen der eigenen Potenziale

Projektmitarbeiter
1 hauptamtlicher Mitarbeiter

Projektkosten pro Jahr
4.500 € Insgesamt
2.550 € Sachkosten
1.950 € Personalkosten
einmalige Anschaffungskosten:
800 € Spinnräder
2.500 € Webstuhl/Webrahmen

 

Projektfinanzierung
Eigenanteil der Schulklassen, Personalkosten Museum

Projektpartner
Haus der Brandenburg-Preußischen Geschichte gGmbH Potsdam

Projektinternetseite
http://www.freilichtmuseum-altranft.de/deutsch/content/museumspaedagogik.htm

Name der Organisation
Freilichtmuseum Altranft

Träger
Gemeinnützige Kultur GmbH Märkisch Oderland

Zwecke
Förderung von Kultur und Bildung

Sitz
Bad Freienwalde OT Altranft

Wirkungsregion
Berlin-Brandenburg

Gründungsjahr
1992

Rechtsform
gGmbH

Mitarbeiter
7 hauptamtliche Mitarbeiter_innen

Kontakt
Freilichtmuseum Altranft
Am Anger 27
16259 Bad Freienwalde
OT Altranft
Tel.: 03344 414313
freilichtmuseum-altranft.de

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