Das Projekt: HORIZONT
Ein Projekt des CJD-Märkisch Oderland

Zielgruppen
Junge Menschen im Alter von ca. 16 bis 23 Jahren, die von psychischen Beeinträchtigungen und seelischen Behinderungen betroffen sind.

Projektziele
Die jungen Heranwachsenden mit Einschränkungen der sozialen, emotionalen oder kognitiven Kompetenzen werden bei der Krankheitsbewältigung, der schulischen oder beruflichen Integration, der Strukturierung des Alltages, dem Beziehungsaufbau zu Gleichaltrigen und eventuell bei der Ablösung vom bzw. bei der Klärung der Beziehung zum Elternhaus unterstützt.

  • Entwicklung von Kompetenzen im lebenspraktischen Bereich
  • Entwicklung/ Ausprägung der Gemeinschafts-fähigkeit
  • Entwicklung von Tagesstrukturen und Arbeitsnormen
  • Entwicklung/ Stabilisierung der Fähigkeit zur Krankheitseinsicht und Erlernen des Umgangs mit der Erkrankung
  • Sensibilisierung der Selbst- und Fremdwahrnehmung
  • Ausprägen von Kommunikations- und Interaktionsfähigkeit
  • Aufdecken von verschütteten Ressourcen und Interessen
  • Aufbau und/ oder Entwicklung beruflicher Perspektiven


Auf welche Art der Veränderung zielt das Projekt primär ab?
13 junge Menschen wohnen unter einem Dach und mit ihnen 13 ganz eigene, oft sehr problematische Lebensgeschichten. Alle sind betroffen von psychischen Beeinträchtigungen, seelischen Behinderungen und Entwicklungsstörungen und waren schon in psychatrischen Kliniken und Einrichtungen. Jeden Tag arbeiten 7 PädagogInnen, eine Ergotherapeutin sowie eine Psychologin daran, sie auf eine Zukunft jenseits des Projektes vorzubereiten, auf ein mögliches, selbständiges und eigenverantwortliches Leben. Struktur – das ist das Wichtigste für die BewohnerInnen des CJD-Hauses in Gusow. Jeden Tag pünktlich um 7.30 Uhr beginnt der Alltag für die Jugendlichen des Projektes. Der Vortag wird ausgewertet, die Tagesaufträge werden besprochen. Jeder bekommt nur so viele Auf-gaben, wie er bewältigen kann. Überforderung ist schließlich ein Auslöser vieler psychischer Erkrankungen, das müssen die Betreuer-Innen stets bedenken. Was jeder der BewohnerInnen zu tun hat, das hängt vom Bereich ab, in dem er/sie in dieser Woche eingeteilt ist. Hauswirtschaft, Ergotherapie und die sogenannte Haus-, Hof- und Gartengruppe – jeweils drei bis vier Jugendliche kümmern sich um die Aufgaben in ihrem Bereich. Zum Konzept des Projektes gehört es, dass die Bewohner das ganze Haus allein bewirtschaften.
Das Betätigungsfeld reicht über hauswirtschaftliche Aufgaben wie Hausreinigung, Wäschepflege und Nahrungszubereitung bis hin zu handwerklichen Aufgaben wie beispielsweise das Reparieren von Möbeln oder die Renovierung von Zimmern. Pünktlich um 12 Uhr gibt es Mittag, um 15 Uhr Kaffee, ab 15.30 Uhr dann die Freizeitbetreuung mit verschiedenen Angeboten. Ein klar strukturierter therapeutischer Tagesablauf ist für die BewohnerInnen ein wichtiger Baustein auf dem Weg der Besserung: Das wichtigste Ziel ist es, die jungen Leute wieder zu stabilisieren.
Schließlich sind die meisten von ihnen hier, weil es einen Punkt in ihrem Leben gab, an dem sie zusammengebrochen sind. Die Jugendlichen kommen meist direkt aus der Klinik in unsere Einrichtung. In der Klinik behandelte man die akuten Symptome.
Die Arbeit des BetreuerInnenteams knüpft daran an und ist bestrebt die jungen Heranwachsenden weiter aufzubauen, zu stabilisieren und Überforderungen zu vermeiden, um somit einen erneuten Klinikaufenthalt zu verhindern.

Maßnahmen und Methoden der Projektarbeit in der Praxis
Bezüglich der Zielsetzungen geht die Einrichtung vom Prinzip der Akzeptanz, der Annahme des jungen Menschen als Persönlichkeit in seiner Gesamtheit mit all seinen Begabungen, Fähigkeiten, Fertigkeiten, Neigungen, Problemen und von seinen individuellen Bedürfnissen aus. Generell ist das Zusammenleben in der Gruppe im Haus immer eine hohe Herausforderung.
Die BetreuerInnen können das Zusammenleben so gestalten, strukturieren und begleiten, weil sie die Bewohner-Innen und deren Krankheitsbilder genau kennen, wissen, warum zum Beispiel der/die eine aggressiv reagiert, der/die andere die Moral der Gruppe untergräbt. Deshalb ist es wichtig, auf ein gut funktionierendes, professionelles Team zu vertrauen.
Im täglichen Miteinander wird versucht, ressourcenorientiert die individuellen Möglichkeiten auszutesten, persönliche Zielstellungen zu erarbeiten und die dahingehend orientierte Entwicklung zu gewährleisten.

Die besonderen Stärken des Projektes
In unserem Hause agiert ein professionelles Fachkräfteteam: im arbeitstherapeutischen Alltag (Ergotherapeut/in, Lehrkraft, PädagogInnen), im Bereich der Psychotherapie ein/e Psychologe/in sowie in der weiteren Tagesbetreuung kompetente und erfahrene ErzieherInnen und HeilpädagogInnen. Die Kooperationen zwischen Klinik und Psychiater bilden wichtige Bindeglieder in unserer täglichen Arbeit. Die praktische Arbeit des Teams wird begleitet von der Arnold-Dannemann-Akademie.

Wünsche für die Weiterentwicklung
Wir wünschen uns das weitere erfolgreiche Fortbestehen dieses spezifischen Angebotes im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe.

 

Projektlaufzeit
seit 1996

Inhaltliche Schwerpunkte
integratives Wohnmodell für Jugendliche und junge Volljährige mit psychischer Beeinträchtigung als Schnittstelle zwischen Psychiatrie und einem selbstständigen eigenverantwortlichen Leben sowie der beruflichen Perspektive/Integration

Projektmitarbeiter
9 hauptamtliche MitarbeiterInnen

 

Projektkosten pro Jahr
-

Projektfinanzierung
Jugendämter / SGB VIII §§ 27; 34; 35a und 41 (KJHG)

Projektpartner
Jugendämter, Psychiatrische Kliniken, Schulen und schulähnliche Projekte sowie öffentliche, soziale und gemeinnützige Einrichtungen

Projektinternetseite
www.cjd-mol.de

Name der Organisation
CJD Märkisch-Oderland

Träger
Christliches Jugenddorfwerk Deutschlands e. V.

 

Zwecke
Erziehung, Betreuung, Ausbildung und Fortbildung, die berufliche und
medizinische Rehabilitation sowie die soziale Begleitung und der internationale Austausch von jungen Menschen, Erwachsenen und Senioren

Sitz
CJD Zentrale ist Ebersbach an der Fils (Württemberg)

Wirkungsregion
bundesweite Vernetzung

 

Gründungsjahr
1947

 

Rechtsform
Das CJD ist ein gemeinnützig anerkannter, eingetragener Verein, der von einem hauptamtlichen Vorstand geleitet wird.

Mitarbeiter
bundesweit ca. 9500

Kontakt
Apfelstraße 13
15306 Seelow,
Tel. 03346 88150

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