Das Projekt: Konflikte selber lösen
Schulmediations-Ausbildungen an Grund- und Oberschulen in MOL

Zielgruppen
Schüler und Schülerinnen sowie LehrerInnen und HorterzieherInnen von Grund- und Oberschulen in Märkisch Oderland

Projektziele
Das Projekt „Konflikte selber lösen“ soll Kinder und Jugendliche an Grund- und Oberschulen in Märkisch Oderland darin unterstützen, gewaltfreie Lösungen für Konflikte im Schulalltag zu entdecken, zu entwickeln und anzuwenden.
An fünf ausgewählten Projektschulen, zu denen bereits Kontakte durch die Arbeit unserer Vereinsmitglieder als LebenskundelehrerInnen bestehen, wird jeweils eine Gruppe von Kindern Bzw. Jugendlichen zu Streitschlichtern ausgebildet, eine Streitschlichter-AG gegründet und regelmäßige Dienste als Streitschlichter installiert sowie das Kollegium und die HorterzieherInnen fortgebildet. Die Streitschlichter werden geschult, bei der konkreten Erarbeitung gewaltfreier und konstruktiver Lösungen zwischen Konfliktparteien behilflich zu sein. Dabei verbleibt im Mediationsverfahren die Verantwortung für die Lösung des Konflikts in den Händen der Streitenden. Die Kinder und Jugendlichen lernen, die Bedürfnisse des Anderen zu verstehen, die Folgen ihrer Handlung zu tragen und kreative vor allem gewaltfreie Konfliktlösungen zu produzieren. Das Nachvollziehen der anderen Position, die Einsicht in die eigenen Konfliktanteile und die Erfahrung einer Lösung, die den eigenen und fremden Interessen genügt, erhöht die Bereitschaft, unterschiedliche Meinungen und Lebensweisen zu tolerieren, zu respektieren, sogar zu akzeptieren. Die Schüler_innen lernen dauerhaft faire Methoden wie sie einen Streit lösen und wie sie sich auch nach einem durchstandenen Konflikt achtend und wertschätzend begegnen können.

Auf welche Art der Veränderung zielt das Projekt primär ab?
Konflikte unter Kindern und Jugendlichen gehören zum Alltag, auch in der Schule. Oft führen sie zu körperlichen und seelischen Gewalttätigkeiten und teilweise zu ernsthaften Verletzungen. Gewalt erscheint Vielen als attraktive Methode, um Konflikte zu lösen. Daran wird sich nichts ändern, so lange ihnen alternative Verhaltensweisen unbekannt sind. Die Fähigkeit zur friedlichen Konfliktlösung ist bei vielen SchülerInnen unzureichend entwickelt, da im schulischen und familiären Alltag häufig die Zeit fehlt, mit Kindern kreativ und geduldig nach fairen Lösungen zu suchen. Mit der Einrichtung von Streit-schlichter-Teams lernen die Beteiligten dass und wie sie Konflikte lösen können, sie erhöhen ihre soziale Kompetenz, die heute auf dem Arbeitsmarkt eine Basisqualifikation ist und sie lernen eigene und andere Gefühle wahrzunehmen und auszudrücken - um eigenverantwortlich ihre Konflikte zu lösen. Streitschlichter setzen sich aktiv für ihre Schule und ihre MitschülerInnen ein und nehmen diese Schlüsselqualifikationen
mit in den Alltag. LehrerInnen und ErzieherInnen werden entlastet. Die Förderung sozialer Kompetenzen durch Schulmediation, ist auch für Eltern attraktiv, da sich familiäre Konflikte dadurch entspannen können. Letztendlich stärkt Schulmediation ein positives Schulklima, indem Schüler selbst wirksam werden, bei Konflikten beraten und lebensnahe Lösungswege aufzeigen.

Vision
Das soziale Schulklima an den Projektschulen ist positiv, die Streitschlichter werden regelmäßig von den SchülerInnen aller Jahrgangsstufen aufgesucht - SchülerInnen und LehrerInnen/ ErzieherInnen gehen freundlich und fair miteinander um.

Maßnahmen und Methoden der Projektarbeit in der Praxis
Um das Projekt „Konflikte selber lösen“ praktisch umzusetzen bedarf es eines Implementierungszyklus, der sich alljährlich wiederholt: Gespräche mit der Schulleitung, Zustimmung und Fortbildung des Kollegiums, Auswahl und Ausbildung der Streitschlichter, Vertiefungstage, Zertifikatsübergabe, Installation einer Streitschlichter-AG und einer Steuerungsgruppe sowie regelmäßige Dienste in den Hofpausen im Mediationsraum.
Bei den Fortbildungen sowie bei der Ausbildung der Streitschlichter gibt es eine Vielfalt an Methoden und Sozialformen wie z.B. Partner- und Gruppenarbeit, Kooperationsspiele, Rollenspiele, Spiele und Übungen zum sozialen Lernen, Anleitung zum Perspektivwechsel, Grundlagen der Kommunikation, Eisberg-Modell, Soziogramm, die fünf Phasen der Mediation

Die besonderen Stärken des Projektes
Das Streitschlichterprojekt läuft bereits seit einem Schuljahr erfolgreich an der Fred-Vogel-Grundschule in Fredersdorf-Vogelsdorf. Die Streitschlichter stehen regelmäßig in den Hofpausen zur Verfügung und geben zuverlässig ihr Wissen über konstruktive Konfliktlösungen im Schulalltag weiter.
Davon profitieren sowohl die SchülerInnen aller Jahrgangsstufen als auch LehrerInnen und HorterzieherInnen. Die Kommunikation untereinander hat sich bereits verbessert und die Kompetenz der Streitschlichter wird zunehmend genutzt. Das Schulklima beginnt sich positiv zu verändern. Durch eine Ausweitung des Angebots auf mehrere Schulen, in räumlicher Nähe, kann eine Vernetzung der beteiligten Projektpartner erfolgen, Kompetenzen und Erfahrungen können gemeinsam reflektiert und das Projekt optimiert werden. Der Sozialraum Schule, Familie, Jugendclub kann sich positiv verändern.

Wünsche für die Weiterentwicklung
Um das Streitschlichterprojekt langfristig in den Schulalltag zu implementieren, die Nachhaltigkeit abzusichern und auch den Sozialraum positiv zu beeinflussen, bedarf es der Fortsetzung des Projekts. Dazu gehört die regelmäßige Ausbildung weiterer Streitschlichter, Sozialkompetenztrainings aller SchülerInnen, die Fortbildung und Supervision des Lehrer-Kollegiums sowie der HorterzieherInnen und perspektivisch die Beschäftigung eines/r Schulsozialarbeiter/ in.
Damit darüber hinausgehend die Schüler sich auch nach Außen verantwortlich und wohlfühlen – werden in gemeinsamen Vorhaben die Kontakte mit Zuwanderern verstärkt, wie z.B: LebenskundeschülerInnen treffen sich mit Kindern aus dem Flüchtlingsheim Garzau, Theaterprojekte zur kulturellen Vielfalt von SchülerInnen in MOL. „Internationale Festtafeln“ anlässlich von Schul/-Hort-Veranstaltungen. Filmtage zu unterschiedlichen Kulturen. Internationale Fest- und Schulrituale kennenlernen: z.B. Zuckerfest und britische Debattierclubs. Besonders im Kontakt mit Einwanderern kann es zu Ängstlichkeiten und Missverständnissen kommen, die mit den Prinzipien der Mediation zwar ansatzweise aufgelöst werden können, jedoch weiterer politischer Bildungsmaßnahmen bedürfen. Eine kreisförmige Ausweitung: so dass die SchülerInnen nach der Grundschule zunehmend in der Lage sein werden, selbstbewusst ihre Gedanken zu vertreten und dass sie Verbundenheit und Solidarität als Wert erfahren haben. Ein Wunsch, der in seiner Zielsetzung „Erweiterung der Handlungsoptionen“ mehr den lebenslangen Prozess anspricht als die Primarschulzeit, der jedoch u. E. nach in Schulen und im Besonderen in Streitschlichtergruppen geübt werden kann.

 

Projektlaufzeit
3 Jahre

Inhaltliche Schwerpunkte
Mediation, Soziales Lernen, Konstruktive Konfliktlösungen

Projektmitarbeiter
1 hauptamtliche Mitarbeiter
5 Honorarkräfte
5 freiwillig Engagierte

 

Projektkosten pro Jahr
150.000 € Insgesamt
(pro Schule 10.000 € pro Jahr)
25.000 € Sachkosten
125.000 € Personalkosten

Projektfinanzierung
Mischfinanzierung: Landkreis MOL, Gemeinden, Schulen, Eigenmittel, Bertelsmann

Projektpartner
Fred-Vogel-GS,
GS am Dorfanger-Petershagen,
4-Jahreszeiten-GS, Fredersdorf,
OS Fredersdorf,
Schwanenteich GS Neuenhagen

Projektinternetseite
www.humanisten-mol.de

Name der Organisation
Humanistischer Regionalverband Märkisch-Oderland e.V.

Träger
Humanistischer Verband Berlin-Brandenburg
Humanistischer Regionalverband Märkisch Oderland e.V.

Zwecke
Kultur- und Bildungsangebote, soziale Unterstützung/Beratung, Humanistischer Lebenskunde-Unterricht in Schulen, Jugendarbeit

Sitz
Müncheberg OT Trebnitz

Wirkungsregion
-

Gründungsjahr
2000

Rechtsform
Gemeinnütziger e.V.

Mitarbeiter
3 freiwillige Mitarbeiter

Kontakt
Humanistischer Regionalverband Märkisch-Oderland e.V.
Geschäftsstelle
Puschkinstr. 43a
15562 Rüdersdorf
Kirsten Rother – Döhring
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