Lernraum Schule - Was braucht es für eine gute Zusammenarbeit zwischen Schulen und Sponsoren?

Impuls: Erich Schuster, defacto Stiftung, "keinen Schüler zurück lassen"

Moderation: Carsten Hiller, Stiftung SPI

    


1. Impulsreferat 

  • Erich Schuster, selbst ehemaliger Hauptschüler und Unternehmensgründer der defacto.marketing und defacto.kreativ
  • Als Unternehmen hat man auch soziale Verantwortung und muss der Gesellschaft etwas zurückgeben
  • Deswegen Gründung der defacto Stiftung im Jahre 2006
  • Projekt „Hauptschulpower“ (webadresse: www.hauptschul-power.de)
  • Richtet sich an HauptschülerInnen, die sozial benachteiligt sind und kaum Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben
  • Gründe dafür: keine Motivation und Negativimage der HauptschülerInnen = oft durch Presse publiziert und Schüler werden dadurch stigmatisiert, was ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt minimiert
  • Hauptschulpower ist ein 8 monatiges Förderungsprogramm, welches bereits dann ansetzt „bevor das Kind in den Brunnen gefallen ist“
  • Den SchülerInnen soll Lebensqualität und Selbstwertgefühl vermittelt werden
  • Ebenso gibt es eine Lehrstellengarantie nach Abschluss des Programmes, welches zusätzlich motiviert, da ein konkretes Ziel greifbar ist und garantiert wird
  • Die Jugendlichen sollen nicht nur an die Hand genommen werden, vielmehr soll man ihnen Leitplanken einrichten, in denen sie sich selbst ausprobieren und verwirklichen können
  • Das Programm soll HauptschülerInnen ausbildbar machen und wird durch aktives Coaching begleitet
  • Die Förderschwerpunkte liegen in 2 Bereichen

Bereich: Förderung der Persönlichkeit

  • die Jugendlichen werden in acht Monaten jeweils an acht Wochenenden gecoacht
  • die Persönlichkeitsförderung zielt auf folgende Aspekte ab:
    • Selbstsicherheit
    •  Verantwortungsbewusstsein
    •  Zuverlässigkeit
    •  Kommunikationsfähigkeit
    •  Konfliktfähigkeit
    •  Leistungsbereitschaft
    •  Problemlösungsfähigkeit
    •  Physische Belastbarkeit
    •  Teamfähigkeit

Beispielsweise lernen SchülerInnen in einem Hochseilgarten ihr Selbstvertrauen und testen ihre Grenzen aus um zu erfahren, dass diese auch überschritten werden können wenn man an sich glaubt.


Bereich: Förderung der Berufsvorbereitung

  • hier wird direkt an die großen Unternehmen herangetreten, um Patenschaften für Lehrstellen einzufordern
  • eine Patenschaft kostet 3.800 € und das Unternehmen erhält die Garantie, einen gut motivierten Auszubildenen zu bekommen, die SchülerInnen haben somit die Sicherheit eines garantieren Ausbildungsplatzes bei einem Patenschaftsunternehmen
  • den SchülerInnen werden im Programm neun Berufsfelder vorgestellt und sie erhalten direkten einen Einblick in die Ausübung des Berufes
  • bpsw. der Lehrberuf Koch SchülerInnen verbringen einen Tag in einer Großküche und kochen selbst, erhalten Informationen zu den Arbeitsabläufen und Arbeitszeiten etc.
  • so wird garantiert, dass ein detaillierter Einblick in die Berufsmöglichkeiten für HauptschülerInnen gegeben wird
  • am Ende des Programms soll jede/r SchülerIn wissen, welcher Ausbildungsberuf zu ihm/ihr passt
  • Berufseignungstest runden das Gesamtbild ab
  • Lehrstellengarantie wird nur ausgesprochen wenn die SchülerInnen im Gegenzug auf jeden Fall ihren Hauptschulabschluss machen und die Schule nicht vorher abbrechen
  • SchülerInnen werden bei Bedarf noch bis ins 1 Lehrjahr hinein durch professionelles ein Coaching begleitet
  • Hierzu stehen Coaches aus großen Unternehmen und der  Verwaltung zur Verfügung, die extra für dieses Programm ausgebildet werden
  • prominente Gastauftritte fördern zusätzlich die Motivation - Förderer sind bspw. Joey Kelly
  • das Programm läuft seit 6 Jahren und hat sich bewährt - es gibt durchweg positive Erfahrungen
  • 90 % der TeilnehmerInnen des Programm stehen in Lehre oder besuchen eine weiterbildende Schule
  • das Franchising Konzept und das Programm kann auch in Brandenburg angewendet werden
  • das komplette Programm ist kostenlos und steht als Download auf der Internetseite zur Verfügung
  • Herr Schuster versprach seine Kooperation und aktive Unterstützung, sollte sich Interessenten in Märkisch-Oderland finden, die „Hauptschulpower“ ebenfalls umsetzen wollen

Erich Schuster: „Nachwuchs der Region sichert die Zukunft der Region

Internetseiten: www.haupt-schulpower.de, www.defacto-x-stiftung.de

hier die gesamte Präsentation von Erich Schuster als PDF ansehen


2. Diskussion

Problematik: große Unternehmen zu finden, die in Märkisch-Oderland Patenschaften für  SchülerInnen übernehmen würden.

Erfahrungen der Workshop Teilnehmenden dazu:

In einer hiesigen Förderschule existiert bereits ein ähnliches Modell. Dieses läuft bereits seit einem 1 Jahr und wird sehr gut aufgenommen.

Thomas Böduel, Jugendamtsleiter des Landkreises MOL dazu:

  • es gibt im Landkreis bereits ähnliche Bemühungen, wie das des vorgestellten Projektes
  • Unternehmen wie Eon/Edis haben Praktika für 56 Jugendliche bereit gestellt, davon stehen jetzt 15 in Lehre!
  • Auch Cemex in Rüdersdorf bietet viele Lehrstellen an
  • Es gibt also auch vor Ort gute Unternehmen, die angesprochen werden können.
  • Er sieht allerdings den Rahmen für zu umfangreich, hält das Projekt im kleinen Kreis aber für gut und durchsetzbar.

 

aus dem Arbeitskreis Schule / Wirtschaft:

  • das Projekt Mentoring für Förderschulen / Schülerstipendien dort gibt es 300 € insgesamt pro Schüler – im Gegenzug wird von den SchülerInnen eine Präsentation über das jeweilige Patenschaftsunternehmen angefertigt
  • es gestaltet sich schwierig überhaupt Patenunternehmen zu akquirieren, deswegen wäre der Rahmen wie in Bayern für ein ähnliches Projekt in Märkisch-Oderland kaum durchsetzbar aber es sind Ressourcen vorhanden!


3. Fazit & Ergebnisse

 Was ist nötig für ein Projekt ähnlich wie „Hauptschulpower“?

  • Leidenschaft für die Region!
  • Willen zur Investition von Power
  • rechtzeitige Vorbereitung und Beteiligung der Mitwirkenden - also allen Akteure der Region wie Eltern, Schule und natürlich der Wirtschaft
  • Finden (nicht suchen) von Ressourcen um aus „Rohdiamanten“ Diamanten zu machen
  • Bündelung von Aktivitäten / ganzheitlicher Ansatz
  • Verbindlichkeit und Konsequenz bei der Durchführung von Maßnahmen

 

 

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